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Posts mit dem Label "Stummfilm" werden angezeigt.

Hitchcock #015: Number Seventeen (1931), oder: Was zum ...

Auch das Publikum möchte bei Number Seventeen am liebsten schreien... François Truffaut sagte über Hitchcocks Number Seventeen : "Er ist amüsant, aber die Handlung ist recht konfus " ( Truffaut 71). Damit stellt Truffaut einmal mehr seinen filmkritischen Scharfblick unter Beweis. Hitchcock, als Kritiker seiner eigenen Filme nicht immer ganz so sehr auf den Punkt wie sein französischer Gesprächspartner, nennt den Film schlicht "Eine Katastrophe" (ibid.) und wechselt sofort ins Anekdotische. Das Anekdotische bei Hitchcock ist ein eigenes Thema, über das ich später gesondert schreiben werde. Es bringt stets seinen Unwillen zum Ausdruck, über das eigentlich Filmische zu sprechen. Das Anekdotische bei Hitchcock ist immer eine Ersatz- oder Übersprungshandlung . Die Reflexhaftigkeit dieses Ausweichmanövers lässt sich entweder als einstudiert verstehen (womit die Anekdote Teil der Kunstfigur "Alfred Hitchcock" wird) oder als authentischer Ausdruck eines Unwillen...

Hitchcock #014: Rich and Strange (1931), oder: Reich an strangen Ideen

Die Katastrophe schweißt das Ehepaar wieder zusammen: Fred und Emily im Eheglück (von kurzer Dauer) Warte mal. Der Held dieses Films von AlFRED Hitchcock heißt FRED? Und seine Ehefrau Emily Hill (was nicht ohne Ähnlichkeit zu Alma Reville ist). Das ist doch nicht am Ende ein biografischer Film über die Ehe der Hitchcocks ? Und tatsächlich wird er oft als solcher gelesen, als "a more personal movie" (Callahan 44), als ein "privater Blick auf den Menschen hinter der Persona Hitchcock "  (Kriest 268), und als "one of his most openly autobiographical films" (Donald Spoto), dessen Verständnis, so Spoto weiter, "some kind of biographical Rosetta stone" erfordere - eben das Wissen um die Ehe von Alfred und Alma. Aber langsam, langsam! Wir wissen schließlich, der Autor ist tot ( Barthes ), jeder Schluss auf seine Intention ein Fehlschluss ( Wimsatt/Beardsley ) und der Autor selbst ohnehin nur eine diskursive Funktion ( Foucault ). Hüten wir uns also, Ric...

Hitchcock #010: Blackmail (1929), oder: Psycho avant la lettre

Alice (Anny Ondra) wird vom Clown-Gemälde verhöhnt Tonfilm und Stummfilm. Hitchcocks Blackmail wird vorwiegend in diesem Spannungsfeld diskutiert, da er beides ist. Als Stummfilm begonnen, entschied sich das Studio während der Dreharbeiten, einige Szenen als talkie nachzudrehen. Das hatte Hitchcock nach Selbstauskunft schon vorbereitet, so dass es ihm ein Leichtes war, zu liefern: Den ersten britischen Ton-Spielfilm. Die tragische Fußnote: Der Beginn des Tonfilms bedeutete das Ende der internationalen Kollaborationen . Schauspieler*innen kamen in der Stummfilmzeit aus unterschiedlichen Ländern: Aus Dänemark ( Carl Brisson ), aus Deutschland ( Bernhard Goetzke ,  Ferdinand Martini ), Frankreich ( Jean Bradin ), den USA ( Virginia Valli , Carmelita Geraghty ) oder Tschechien ( Anny Ondra ). Wie gut sie Englisch (bzw. britisches Englisch) sprachen war im Stummfilm natürlich unerheblich, da sie nicht zu hören waren. Man konnte ihnen also die Englishness abnehmen. Mit dem Tonfilm erf...

Hitchcocks Stummfilme: Ein Zwischenfazit

Hitchcock am Set seines Stummfilms The Mountain Eagle : Energisch aber suchend "Rescue the Hitchcock 9" war das Projekt des British Film Institute (BFI). Dabei wird die Stummfilm-Version von Blackmail mitgezählt (was ich nicht tue, da seine Tonfassung so überzeugend mit Klang und Sprache arbeitet). Es sind in meiner Zählung also nur 8 existierende Stummfilme ( der Mountain Eagle ist ja fortgeflogen ). Zusammen bringen es diese acht Filme auf insgesamt 30 Messer in meiner 1-10-Messer-Skala, der Mittelwert also gerade einmal 3,75 Messer pro Film, der Median 3,5 und Modus  bzw. Modalwert 2 Messer. The Ring : 1 Messer Pleasure Garden : 2 Messer The Farmer's Wife : 2 Messer Downhill : 3 Messer Champagne : 4 Messer Easy Virtue : 5 Messer The Manxman : 6 Messer The Lodger : 8 Messer Man merkt schnell, dass wir es hier nicht mit einer Glanzleistung des Stummfilmkinos zu tun haben. Hitchcocks Ruhm als Stummfilmregisseur speist sich fast ausschließlich aus dem unglaublich gute...

Hitchcock #009: The Manxman (1929), oder: Hitchcocks letzter Stummfilm

Kate (Anny Ondra) vor Gericht deutet dem Richter an, sie werde nichts über die gemeinsame Affäre verraten Hitchcock mag einer der besten Regisseure aller Zeiten gewesen sein. Aber Hitchcock war wirklich kein guter Filmkritiker . Seine Kritiken (besonders über die eigenen Filme) schießen oft weit neben das Ziel. Denn über diesen Film, The Manxman (dt. Der Mann von der Insel Man ) (1929) hatte er nur eines zu sagen: "Das einzig Interessante an The Manxman ist, dass es mein letzter Stummfilm war" ( Truffaut 52). Wirklich, lieber Hitch, Sie haben kein Talent für Filmkritik...  Bedauerlicherweise springt dieses Mal nicht, wie sonst, Truffaut ritterlich zur Ehrenrettung des Films ein, sondern weist bloß darauf hin, dass The Manxman bereits "in vielem schon auf den Tonfilm hin[weise]", dass seine Geschichte "an Under Capricorn und I Confess erinnere" (ein zweifelhaftes Kompliment) und dass er, Truffaut, das Gefühl gehabt habe, dass Hitch "den Film wirk...