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Hitchcock #029: Shadow of a Doubt (1943), oder: Double, double, toil and trouble

Schatten: Sie werden in Hitchcocks Im Schatten des Zweifels ganz wörtlich genommen (vielleicht sogar etwas zu wörtlich) Ich möchte diesen Artikel mit einer Anekdote beginnen. Nicht aus Unvermögen oder Verweigerung, etwas Substanzielles über den Film zu schreiben (so wie Hitchcock oft ins Anekdotische auswich, wenn er nicht über Themen reden konnte oder wollte; wie ich bereits hier ausführlich schrieb). Nein, ich glaube, in diesem Fall ist das Anekdotische aufschlussreich .  Als ich in den frühen 90ern Hitchcock entdeckte und dann mit den damaligen, begrenzten Möglichkeiten versuchte, ihn mir systematisch zu erschließen, passierte es, dass ich davon las, dass Hitchcock dieser Film, Shadow of a Doubt (dt. Im Schatten des Zweifels ), aus seiner Filmografie der liebste sei. Entsprechend neugierig war ich auf ihn; entsprechend verärgert, dass weder die örtliche Bibliothek, noch die Videotheken meiner Stadt den Film im Programm führten. Irgendwann, ich war inzwischen schon recht vertr...

Hitchcock #024: Rebecca (1940), oder: Die wackelnden Blumen

Die Skizze, die Joan Fontaines Charakter im Film von Maxim de Winter anfertigt ist nicht sonderlich gut. Leider ist es der Film, in dem sie das tut, auch nicht... Rebecca ist ein überschätzter Film von Alfred Hitchcock "Last night, I dreamt I went to Manderley again. [...] For a while, I could not enter for the way was barred to me. [...] Then, like all dreamers, I was possessed of a sudden with supernatural powers and passed like a spirit through the barrier before me."  So beginnt der Roman Rebecca von Daphne du Maurier . Und so beginnt auch der Film Rebecca von Alfred Hitchcock, seine erste Hollywood-Arbeit. Gesprochen von Joan Fontaine, Voice-Over , als die Kamera durch ein offensichtliches Studio-Set fährt, das Nebel und Wald zeigt, bis der Weg an dem alten gotischen Anwesen Manderley ankommt (ebenfalls ein sehr offensichtliches Modell), das als Ruine im Dunkeln liegt.  Manderley als Modell Und die Erzählerin sagt: "The strange days of my life began for me in the...

Hitchcock #021: Young and Innocent (1937), oder: Kranfahrt ins Auge

In Young and Innocent lacht der Schurke am Ende ein echtes, theatralisches Schurkenlachen, nachdem Erica (rechts) ihn gerade von der schwarzen Theaterschminke seiner Minstrel-Show befreit hat Ich schrieb ja schon eingangs , dass dieser Blog aus der Idee eines Hochschulseminars entstanden ist, dass ich im Sommersemester 2022 unterrichtet habe (und das ich ähnlicher Form bereits 2016 unterrichtet hatte). Für einen Seminarplan muss man eine Auswahl treffen. Und die fällt schwer, wenn man möglichst viele Filme zeigen möchte, man aber nur 15 Wochen hat (und zudem das Seminar noch ein oder zwei theorielastige Sitzungen hat sowie das Erbe Hitchcocks in den Blick nehmen möchte). Warum also bei dieser eingegrenzten Auswahl ausgerechnet einen Film wie Young and Innocent aufnehmen? Die idiosynkratische Antwort: Weil ich ihn sehr mag. Die akademischere Antwort: Weil es ein zweifellos ordentlicher Film ist, der aber, anders als The 39 Steps oder The Lady Vanishes , ganz klar kein Meisterwerk ist...