Direkt zum Hauptbereich

Posts

Hitchcock #026: Mr. & Mrs. Smith (1941), oder: Sexfilm ohne Sex

Alles geht schief, denn es ist eine Komödie. Was einst schön war, ist nach Jahren der Ehe nur noch drittklassig, wie dieses Restaurant, in dem sich das Paar trifft, um sich (vielleicht?) noch einmal das Ja-Wort zu geben 1940 war ein arbeitsreiches und produktives Jahr für Hitchcock . Nach Rebecca und Foreign Correspondent dreht er auch noch Mr. & Mrs. Smith , eine Screwball-Komödie , die damit am Ende der Blütezeit des Genres steht. Der Begriff "screw" hat seinen Ursprung wohl im Baseball und meint dort einen unberechenbar geschlagenen Ball, einen Screwball . Die weibliche "screw" des Filmgenres ist folglich auch überdreht und unberechenbar und löst damit den Geschlechterkampf aus.  Zu den bekanntesten Screwball-Komödien gehören Filme wie Twentieth Century (1934), My Man Godfrey (1936) oder True Confession (1937), in denen allesamt Carole Lombard auftritt, die auch in Mr. & Mrs. Smith die Hauptrolle spielt und die der absolute Screwball-Komödien-Supe...

Hitchcock #025: Foreign Correspondent (1940), oder: Europa ertrinkt

Die brutale Ermordung Van Meers (Albert Bassermann) durch einen Schuss ins Gesicht zeigt die Grausamkeit der Welt, in der der Film spielt Foreign Correspondent (dt. Der Auslandskorrespondent ) ist Hitchcocks zweiter Hollywood-Film und obwohl Hitch 1940 unter Vertrag von David O. Selznick steht, wurde dieser Film nicht von Selznick, sondern von  Walter Wanger produziert. Der hatte vier Jahre zuvor die Filmrechte an den preisgekrönten Memoiren eines bekannten Auslandskorrespondenten namens Vincent Sheean , Personal History , erworben und zahlreiche Drehbuchautor*innen beauftragt, ein Drehbuch daraus zu machen.  Als im September 1939 der Krieg ausbricht, gestaltet sich die Finanzierung des Films als schwierig , da US-amerikanische Banken sich weigern, Wangers Produktionsfirma Geld zu verleihen: ein solches Unterfangen gefährde  die US-amerikanische Neutralität . Das führt zu Verzögerungen (und einem rasanten Anstieg der Produktionskosten). Ein Regisseur muss her. Und da k...

Hitchcock #024: Rebecca (1940), oder: Die wackelnden Blumen

Die Skizze, die Joan Fontaines Charakter im Film von Maxim de Winter anfertigt ist nicht sonderlich gut. Leider ist es der Film, in dem sie das tut, auch nicht... Rebecca ist ein überschätzter Film von Alfred Hitchcock "Last night, I dreamt I went to Manderley again. [...] For a while, I could not enter for the way was barred to me. [...] Then, like all dreamers, I was possessed of a sudden with supernatural powers and passed like a spirit through the barrier before me."  So beginnt der Roman Rebecca von Daphne du Maurier . Und so beginnt auch der Film Rebecca von Alfred Hitchcock, seine erste Hollywood-Arbeit. Gesprochen von Joan Fontaine, Voice-Over , als die Kamera durch ein offensichtliches Studio-Set fährt, das Nebel und Wald zeigt, bis der Weg an dem alten gotischen Anwesen Manderley ankommt (ebenfalls ein sehr offensichtliches Modell), das als Ruine im Dunkeln liegt.  Manderley als Modell Und die Erzählerin sagt: "The strange days of my life began for me in the...